Dialogforum – Friedensbildung statt „Geistiger Landesverteidigung“. Wie wir friedenstauglich und nicht kriegstüchtig werden.
21 Mai @ 17:00 – 19:30
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Anspruch „kriegstauglich“ werden zu müssen und Argumente für die Wichtigkeit der Förderung von „Friedenstauglichkeit“ im Bildungsbereich.
Um Anmeldung wird unter gebeten. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Immer öfter ist zu hören, die Menschen und unsere Gesellschaft müsse „kriegstauglich“ werden. Das Bundesministerium für Landesverteidigung bietet bereits in Kooperation mit der Bildungsdirektion Wien Ausbildungsseminare für Lehrpersonen zur „Stärkung der Umfassenden Landesverteidigung“ an. In jeder Schule solle zumindest eine Lehrperson „über fundiertes Wissen zu sicherheits- und verteidigungspolitischen Themen verfügen“, so die Ankündigung. Doch laut Bundesverfassungsgesetz umfasst diese die militärische, die geistige, die zivile und die wirtschaftliche Landesverteidigung. Es kann also nicht in erster Linie um das Militärische gehen, sondern vielmehr um allseitige Friedenssicherung sowie die Weiterentwicklung und den Schutz der Demokratie. Diese Inhalte werden bereits von pädagogischen Fachkräften im Bereich der politischen Bildung unterrichtet. Es stellt sich die also Frage, warum diese Themen von Bundesheeroffizier*innen en vermittelt werden sollten, worin die Engführung auf Sicherheit und militärische Logik auf inhaltlicher Ebene besteht und was mit dieser Orientierung einer auf Sicherheit reduzierten politischen Bildung verloren geht?
Deutlich verankert ist in den Lehrplänen (seit dem Schuljahr 2023/24) auch die Friedenserziehung. Diese kommt jedoch oft zu kurz und es fehlt ihr an Mitteln. Expert*innen, die sich mit Friedensbildung und Friedenspädagogik beschäftigen, haben wenig Möglichkeiten, in Schulen Ausbildungen zum Thema Friedenerziehung anzubieten. Auch die Lehrer*innenbildung bietet in dieser Hinsicht viel zu wenig und es fehlt an Ressourcen für dahingehend ausgebildetes Personal, das diese wichtige Arbeit strukturell gut verankert und nachhaltig leisten kann. Dieses Ungleichgewicht wirft viele Fragen auf. Je mehr Spannungen, Konflikte und Kriege es gibt, je weniger Frieden, Völkerrecht und die Vereinten Nationen geachtet werden, desto wichtiger ist es, eine Orientierung an Gewaltreduktion und Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe an einer globalisierten Welt den jungen Generationen zu vermitteln und sie zu befähigen, in diesem Sinne zu handeln. Bereits die Charta der Vereinten Nationen enthält die Verpflichtung, Frieden und Völkerverständigung zu fördern und alles zu tun um Kriege zu verhindern. Doch wie soll dies erreicht werden, wenn in militärische Aufrüstung enorm investiert wird, Friedensbildung und Friedensarbeit jedoch ein Schattendasein führen? Was macht Militarisierung mit unserer Gesellschaft und warum ist sie nicht friedensfördernd? Wie können wir „friedenstauglich werden“ und was braucht es dazu im Bildungsbereich?
Zu diesen und weiteren Fragen diskutieren ExpertInnen aus Bildung und Friedensarbeit, aus Forschung, Vermittlung und Zivilgesellschaft. Das Dialogforum richtet sich mit diesem Thema an alle Interessierten, vor allem aber auch an Pädagog*innen und Pädagogen sowie an Einrichtungen der außerschulischen Kinder-und Jugendarbeit.
Eine Reihe von Expert*nnen werden zu den aktuellen Entwicklungen Stellung nehmen und ihre Kenntnisse, Sichtweisen und Vorschläge einbringen. Die Teilnehmer*nnen sind herzlich eingeladen mitzudiskutieren.
Mit Diskussionsbeiträgen von (alphabetische Reihenfolge): Regina Blümel (Jugendcoach), Claudia Brunner (Friedensforscherin Universität Klagenfurt), Oskar Kaufmann (Schüler BRG9), Josef Mühlbauer (Friedensforscher Uni Graz), Theresa Pfenig (AHS Lehrerin), Irmtraud Voglmayr (Feministische Medienwissenschaftlerin und Soziologin), Werner Wintersteiner (Friedensforscher), Alexandra Fischer (Wiener Kinderfreunde aktiv)
Moderation: Rosa Logar (WILPF Austria) und Sophia Weber (Attac)
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Attac und dem Kulturzentrum Flucc.
Die Veranstaltung wird im Rahmen des Projektes Frieda vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert.
