
MITTEL FÜR UMFASSENDE SICHERHEIT
„Euroscheine“ aus der Internationalen Kampagne „Move the Money from War to Peace“
Die Gefahr, durch menschengeschaffene Umweltzerstörung und durch Atomschläge weite Teile des Planeten zu vernichten und unbewohnbar zu machen, ist nach Meinung vieler Fachleute so hoch wie nie. AtomwissenschaftlerInnen sehen 2025 die Weltuntergangsuhr bei 87 Sekunden vor Mitternacht (Doomsday Clock 2025). Das Thema Sicherheit wird von der Politik in vielen Ländern groß geschrieben. Allerdings wird darunter vor allem militärische Sicherheit verstanden.
Die Vereinten Nationen haben das Konzept von Sicherheit erweitert. Es wird darunter auch die soziale, politische, ökonomische und ökologische Sicherheit aller Menschen verstanden, als Grundvoraussetzung für das Ziel eines allgemeinen Weltfriedens und der Verhinderung von bewaffneten Konflikten und Kriegen.
Mit großer Besorgnis wird von den Vereinten Nationen und vielen weiteren Organisationen der weltweite Anstieg an Militärausgaben beobachtet. Im Jahr 2024 betrugen die weltweiten Militärausgaben laut Statistik des Friedensinstitutes Sipris 2718 Billionen US-Dollar, eine Steigerung von 9,4% gegenüber dem Jahr davor (SIPRI 2025). Würden auch nur 10% dieser unvorstellbar hohen Summe für Friedensarbeit ausgegeben, hätte die Menschheit eine sehr gute Chance den Weltfrieden herzustellen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres wurde daher im Rahmen des 2024 von der Generalversammlung beschlossenen Paktes für die Zukunft beauftragt, eine Studie über die Auswirkungen der hohen Militärausgaben auf die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele zu erstellen. UNODA (Office for disarmament affairs) hat hierzu um Einsendung von Beiträgen gebeten, die wissenschaftliche Einblicke erläutern (Joint paper; siehe Stand).
Auch in Österreich sind trotz Sparpaket laut dem Budgetplan 2025-2029 enorme Budgetsteigerungen für das Bundesheer für die nächsten Jahre geplant. Gleichzeitig gibt es in vielen Bereichen – im Sozialbereich, in der Bildung, in der Entwicklungszusammenarbeit – Kürzungen. Für Friedensarbeit und Friedenspolitik gibt es praktisch keine finanziellen Mittel.
WILPF Austria hat daher die Kampagne „500 Millionen Euro für Friedensarbeit und ein Friedensministerium“ gestartet und PolitikerInnen und Parlamentarische VertreterInnen angesprochen. Die Kampagne wird in 2025 und 2026 fortgesetzt (siehe parlamentarischen Antrag). Um die Kampagne weiterzuführen, freuen wir uns über Unterstützung (Informationen zur Mitarbeit bei WILPF Austria).
Diese Forderung entspricht auch der Resolution der Vereinten Nationen von 2024, in der es heißt, dass der Zusammenhang zwischen Frieden und Sicherheit, nachhaltiger Entwicklung und Menschenrechte anerkannt wird und dass die Bestrebungen für nachhaltige Friedensbildung, inklusive und gerechte Gesellschaften verdoppelt werden um die Ursachen von Kriegen und bewaffneten Konflikten zu beseitigen. Es muss sichergestellt werden, dass Militärausgaben nicht die Investitionen in nachhaltige Entwicklung und Friedensbildung beeinträchtigen (Action 13).

Weiterführende Information
- Informationen zur Kampagne von WILPF International „Move the Money from War to Peace“
- Mythen und Fakten zur Aufrüstung (attac)
