Geschichte

Die Gründung von WILPF erfolgte 1915 bei einem großen internationalen Kongress in Den Haag, zu dem über 1200 Frauen* und einige Männer* aus kriegsführenden und neutralen Ländern zusammenkamen, um sich für die sofortige Beendigung des ersten Weltkrieges einzusetzen. Leider wurde nicht auf die WILPF Frauen gehört.

WILPF verweigerte sich von Beginn an der Logik, dass Kriege unausweichlich seien. UnterstützerInnen nutzen feministische Ansätze um die Ursachen von Kriegen wie hegemoniales Machtstreben und patriarchale Strukturen, Imperialismus, Kolonialismus, Rassismus, kapitalistische Ausbeutung und Profitgier und deren Zusammenspiel mit Militarisierung und Krieg zu analysieren. WILPF Frauen entwickelten eine Gesellschaftsvision, in der Dialoge, Vertrauensbildung,  Solidarität und Zusammenarbeit die Grundlage bilden und Konflikte mit gewaltfreien Mitteln gelöst werden. 

Von Beginn an waren WILPF Mitglieder politisch tätig. Sie unterstützten Bewegungen vor Ort und mischten sich in die internationale Politik ein. Sie entwickelten ein Konzept von umfassender Sicherheit und Frieden, das untrennbar mit Gerechtigkeit und sozialem Wandel verbunden ist. Sie setzten sich für die Gründung einer weltweiten Vereinigung der Länder für den Frieden ein und gestalteten die Gründung der Vereinten Nationen 1945 in San Francisco. An der UN Charta, dem Gründungsdokument der Vereinten Nationen, arbeiteten sie aktiv mit. WILPF war eine der ersten zivilgesellschaftlichen Organisationen, die 1948 beratenden Status bei den Vereinten Nationen erhielten. Multilaterale Arbeit für internationale Übereinkommen und Verträge für Abrüstung, De-Militarisierung, Frauen/Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung gehörten und gehören zu den zentralen Aktivitäten von WILPF.

WILPF und Friedensnobelpreise

Zwei wichtige Protagonistinnen von WILPF erhielten für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis: Jane Addams (1931) und Emily Greene Balch (1946). Im Jahr 2017 erhielt ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons), deren Mitglied WILPF war, den Friedensnobelpreis für ihre Arbeit zur Verabschiedung des Atomwaffenverbotsvertrags (TPNW) in den Vereinten Nationen.

WILPF Österreich

Die österreichische Sektion von WILPF wurde 1921 gegründet. Während dem erstarkendem Nationalsozialismus wurde die Organisation jedoch schnell zur Zielscheibe der Faschisten und 1933 zerschlagen. Die Machtübernahme des mörderischen faschistischen Regime bedeutete für mehrere WILPF-Frauen Verfolgung, Flucht und Exil.
Im Jahr 2021, genau 100 Jahre später, haben rund ein Dutzend Frauen an diese geschichtsträchtige Vereinigung angeknüpft und eine neue WILPF-Austria Sektion gegründet.

Weiterführende Informationen

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