UN-Bericht: Rekordzahl schwerer Verstöße gegen Kinderrechte in Konflikten

Im Jahr 2025 wurden so viele schwere Verletzungen der Rechte von Kindern in bewaffneten Konflikten dokumentiert wie nie zuvor. Laut dem aktuellen Bericht des UN-Generalsekretärs zu „Kindern in bewaffneten Konflikten“ registrierten die Vereinten Nationen 38.558 schwere Verstöße gegen Kinderrechte – der höchste Wert seit Beginn des Monitorings vor 30 Jahren.

Insgesamt waren 24.174 Kinder unmittelbar betroffen. Die dokumentierten Verstöße umfassen ihre Rekrutierung durch bewaffnete Akteure, Entführungen, Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Gewalt, Angriffe auf Schulen und Gesundheitseinrichtungen sowie die Behinderung humanitärer Hilfe. 

Die häufigsten dokumentierten Verstöße waren die Tötung und Verstümmelung von Kindern. Im Jahr 2025 wurden 6.266 Kinder getötet und weitere 7.958 verletzt oder dauerhaft verstümmelt. Gegenüber dem Vorjahr stiegen diese Zahlen um 34 beziehungsweise 10 Prozent an.

Besonders alarmierend ist, dass erstmals staatliche Streitkräfte die Hauptverantwortlichen für diese schweren Menschenrechtsverletzungen waren. Die Vereinten Nationen sehen darin ein alarmierendes Signal für die zunehmende Missachtung des Völkerrechts und der besonderen Schutzrechte von Kindern.

Besorgniserregend ist auch die Situation von Kindern, die aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Verbindung zu Konfliktparteien festgenommen werden. Im Jahr 2025 wurden 1.667 Kinder inhaftiert. Die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte, Vanessa Frazier, betont, dass diese Kinder in erster Linie als Opfer betrachtet werden müssen. Freiheitsentzug dürfe nur als letztes Mittel eingesetzt werden, stattdessen seien Schutz-, Unterstützungs- und Wiedereingliederungsprogramme notwendig.

Trotz der dramatischen Entwicklungen verweist der Bericht auch auf wichtige Fortschritte. Mehr als 13.000 ehemals mit Streitkräften oder bewaffneten Gruppen verbundene Kinder erhielten Schutz- oder Reintegrationsmaßnahmen. 

WILPF Austria ersucht die österreichische Bundesregierung dringend, auf diesen Bericht zu reagieren und sich für die Rechte von Kindern auf Entwicklung, Bildung und nachhaltigen Frieden einzusetzen, und insbesondere die Menschenrechte von Frauen und Mädchen zu stärken. 

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