Das Dialogforum „Friedensbildung statt geistiger Landesverteidigung“ brachte am 21. Mai 2026 Expertinnen aus der Friedensforschung sowie aus pädagogischer Praxis zusammen, um über die Förderung von „Friedenstauglichkeit“ im Bildungsbereich zu diskutieren. Im Zentrum standen Fragen danach, wie Kinder und Jugendliche mit Kriegsthemen konfrontiert sind, und wie die Bildung darauf reagieren kann.
Einen eindrücklichen Auftakt setzte Friedensforscherin Claudia Brunner mit mitgebrachten Beispielen aus der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesheeres. Besonders diskutiert wurden das Ausmalbuch und Buntstifte für Kinder.
In der Diskussion wurde deutlich, dass Kinder und Jugendliche kaum vermeiden können, mit gewaltvollen Inhalten konfrontiert zu werden, vor allem in den sozialen Medien. Gleichzeitig fehlt es im Bildungssystem oft an Raum und Methoden, um diese Eindrücke einzuordnen und über Krieg und Frieden zu sprechen. Schüler Oskar Kaufmann betonte, dass sich Schüler:innen mit diesen Themen alleingelassen fühlen, was auch von anderen Diskutierenden bestätigt wurde.
Ein positives Beispiel ist das „World Peace Game“, das von AHS-Lehrerin Theresa Pfennig in der Praxis eingesetzt wurde. In diesem Rollenspiel übernehmen Schüler:innen Verantwortung für globale Krisen und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze für komplexe Konflikte.
Diskutiert wurde auch, dass Kinder durch spielerische Angebote, wie das Ausprobieren von Uniformen, schon früh mit militärischen Rollenbildern in Kontakt kommen. Diese Erfahrungen prägen ihre Vorstellungen von Konflikt und Sicherheit bereits in jungen Jahren.
Als zentrales Ergebnis des Dialogforums wurde die Erfüllung des Friedensauftrags von Schulen und die Stärkung von Medienkompetenz gefordert. Besonders die aktive Einbindung von Kindern und Jugendlichen in diese Diskussion fördert ihre Selbstwirksamkeit. Ein weiterer Impuls von Medienwissenschaftlerin Irmtraud Voglmayr war, Sprache bewusster zu gestalten – etwa Frieden als aktives Handeln zu verstehen.
Weitere Perspektiven brachten Jugendcoach Regina Blümel, die Friedensforscher Josef Mühlbauer und Werner Wintersteiner, sowie die Geschäftsführerin der Kinderfreunde Alexandra Fischer ein. Das Dialogforum machte deutlich: Friedensfähigkeit entsteht nicht von selbst – sie muss gelernt werden.
FriedensexpertInnen waren sich einig, dass Friedenserziehung an Schulen dringend ausgebaut werden muss und dass dafür von der Politik ausreichende Mittel bereitgestellt werden müssen. Siehe dazu auch die Presseaussendung vom 21. Mai 2026: FriedensexpertInnen fordern: Friedensbildung durch PädagogInnen statt „Geistiger Landesverteidigung“ durch das Militär.
Hier die Aufnahme des Dialogforums auf dem YouTube Kanal Varna Peace.







